Andi X Atherton

Von Andreas Kolb habe ich vor zwei Jahren das erste Mal erfahren, da Markus Pekoll ihn betreut, und mit Markus arbeite ich bei Veranstaltungen und Workshops zusammen.

Andi hatte bis dahin noch keine Berührung mit mentalem Training. Er hatte sich auf die Leistungssteigerung der Muskel- und Schnellkraft und seiner Ausdauer konzentriert. Nachdem er aber des Öfteren verletzungsbedingt ausgefallen war und seine Potentiale und sein fahrerisches Können zwar im Training, aber im Rennen nicht immer abrufen konnte, empfahl Markus ihm, sich verstärkt mit mentalem Training zu beschäftigen. Da ich in der Vergangenheit schon mehrere Profi-Sportler betreut habe, hat es mich riesig gefreut, mit Andi einen „ungeschliffenen Diamanten“ „in die Finger zu bekommen“ … um es mal salopp zu sagen.

Für Sportler ist mentales Training genauso wesentlich wie körperliche Fitness und sollte entsprechend eine wichtige Säule im gesamten Trainingsplan darstellen. Nur, wenn ich im Kopf „fit“ bin, kann ich mein ganzes Können auch in einer Wettkampfsituation unter Druck abrufen und auf die Piste bringen. Fokussiert und im „Flow“ zu bleiben ist hier die Kunst, die sich Sportler mit der nötigen Konsequenz erarbeiten können. Übrigens: Diese Fähigkeiten sind nicht nur im Sport wichtig, sondern zunehmend auch im Privatleben und beruflichen Alltag!

Da Andi von Natur aus ein sehr umtriebiger, extrem spaßiger und neugieriger Mensch ist und mitten in seiner „wilden“ Zeit steckt, war es mir wichtig, für ihn etwas zu finden, das ihn eher beruhigt, seine Achtsamkeit fördert und seinen Fokus stabilisiert. Kurz: etwas, das seine enorme Energie in die richtige Richtung lenkt und es ihm ermöglicht, diese Energie auf den Punkt abrufen zu können. Andi hat gelernt, EMDR – siehe: DARE Workshops – für sich einzusetzen, seine Ambition zu finden, positiv zu reflektieren, Körper- und Bild-Anker zu setzen, zu meditieren und einiges mehr. Ich bin extrem stolz auf ihn und seine mentalen Trainingssessions, die er jetzt ganz gezielt in seinem Trainingsplan verankert hat.

Und jetzt darf Andi für seine Ausdauer und Konsequenz endlich auch „ernten“. Seit dieser Saison ist er 1. Stammfahrer beim internationalen Team „Atherton Bikes“: https://www.mtb-news.de/news/andreas-kolb-atherton-bikes/ Gratulation. ;O)

Um das richtig einordnen zu können, muss man wissen: Gee Atherton ist bereits Weltmeister und Gesamt-Weltcupsieger, seine noch erfolgreichere Schwester Rachel war lange Zeit die beste Frau in dieser Disziplin. Somit beste Voraussetzungen für Andi, mit seinem neuen Team noch größere Erfolge einzufahren.

Andi Kolb Team Atherton (c) fskugi.com

(c) fskugi.com

DARE: Andi, was bedeutet Dir der Schritt zu Atherton Bikes persönlich und sportlich?

Für mich ist mit diesem Schritt ein großer Traum in Erfüllung gegangen. So eine Chance bekommt man nicht oft im Leben.
Sportlich gesehen werde ich diese Saison sicher viel lernen. Ich denke, Rachel und Gee können mir da noch einiges beibringen, aber ich glaube, dass auch ich meinen Teamkollegen so einiges zeigen kann.

DARE: Welchen Einfluss hat für dich heute mentales Training für Rennen wie zum Beispiel den Worldcup?

Seitdem wir gemeinsam mentales Training machen, merke ich, wie gelassen ich an den Start gehen kann, weil ich einfach weiß, dass ich im Training alles gegeben habe und jetzt dafür die Lorbeeren ernten kann.
Früher waren die letzten 30 Minuten vor dem Start immer stark von meiner Nervosität geprägt. Ich bin mir auch sicher, dass ich viel weniger Fehler mache als zuvor, da ich einfach viel geerdeter und bei mir bin.

DARE: Was war Dein größtes Learning aus der Heim-WM 2020 in Leogang?

Ich war an diesem Tag wirklich stark unterwegs und auch mental richtig gut drauf. Leider hat ein kleiner Fehler in meiner Lieblings-Sektion zu einem Sturz geführt und mein Traum vom ersten Top 10 Platz war vorbei. Ich war danach erstmal extrem am Boden. Jedoch habe ich mir am nächsten Morgen alle guten Sachen aus meinem Lauf herausgefiltert und wusste sofort „Okay ich bin voll dabei!“ Es gab Stellen, da fuhr ich besser als jeder andere und sprang über eine Wurzelpassage, was sonst keiner getan hat. Diese Sektionen gaben mir wieder viel Kraft für den Worldcup in Maribor, wo ich dann am folgenden Wochenende mein erstes Top 15 Ergebnis einfuhr.

Weiterhin viel Erfolg, Andi. Ride on!

Deine Danny