Geschichten bringen Menschen in Bewegung. Oder: Entdecke den Helden in dir!

Geschichten bewegen Menschen schon seit frühester Zeit. Als Märchen sind manche dieser Geschichten bis heute lebendig geblieben. Ursprünglich waren Märchen für Erwachsene gedacht, und doch erzählen wir sie heute fast nur unseren Kindern. Leider muss man sagen!

Aber was ist eigentlich das Besondere an Märchen? Rein definitorisch gilt: Ein Märchen muss mindestens über drei Generationen weitergetragen werden, bevor man es überhaupt als solches bezeichnen darf. Ebenfalls wichtig: Egal ob keltisch, irisch, tschechisch oder indisch – alte Märchen haben immer einen Kern, eine Botschaft, die jeder für sich und seine eigene Geschichte interpretieren kann. Man kann sich in den einzelnen Figuren wiederfinden. Sie inspirieren, machen nachdenklich und, besonders wichtig, erzeugen Mut aufzustehen und etwas – vor allem für sich selbst, seine Liebsten oder sein Umfeld – zu tun. In diesem Sinn sind Märchen eine Art „frühes aktivierendes Storytelling“.

Heute ist Storytelling in vieler Munde. Es wird Führungskräften und Unternehmern beigebracht, um Menschen – Mitarbeiter genauso wie Kunden – zu inspirieren oder zu motivieren. In der Werbung oder in Hollywood ist Storytelling täglich Brot. Jede Werbung, die emotional packt, jeder Blockbuster, der eine Gänsehaut auslöst, baut auf emotionalen Geschichten auf, die den direkten Weg in unser emotionales Zentrum im Gehirn finden.

Im Grunde genommen ist das nichts anderes, als es schon die alten Märchenerzähler praktiziert haben. Denn was heute wissenschaftlich belegt ist, haben sie bereits rein intuitiv gewusst und angewendet: Nur Bilder und eine an Metaphern reiche Sprache lösen bei uns ergreifende Gefühle aus. Die emotionalen Bereiche unseres Gehirns verstehen keine Formeln, Zahlen, Daten, Fakten, sondern reagieren und „feuern“ vor allem bei Bildern und Sätzen, wie man sie in Märchen findet. Das überzieht uns mit Gänsehaut, löst ein Kribbeln im Bauch aus oder bringt unser Herz zum pochen … je nachdem, wie wir individuell darauf reagieren oder welche Erinnerungen wir damit verbinden.

Nicht nur für die Werbung oder für Hollywood Regisseure ist Storytelling ein herrliches Werkzeug, sondern auch für mich als Coach und Trainerin. Zum einen nutze ich es gemeinsam mit meinen Experten, Dr. Heinrich Dickerhoff und Helmut Wittmann, in meinen speziellen Märchenworkshops. Hier diskutieren wir mit der Coachinggruppe Märchen, nehmen sie auseinander, und – siehe da – es gibt für jeden viel daraus zu lernen über sich selbst und die Art und Weise, wie man sein Leben positiv angehen kann.

Genauso gerne gestalte ich mit meinen Klienten eine „Heldenreise“ durch ihr eigenes Leben, zeige ihnen ihren inneren Konflikt zwischen Sehnsucht und Sicherheit auf, baue Widerstände und Blockaden ab, die einem erfüllten Leben entgegenstehen. Wenn ich den Teilnehmern dann am Ende des Seminars die Geschichte, die Essenz ihres Lebens vorlese, dann ist das immer genau so ein magischer Moment – Gänsehaut, feuchte Augen, ein Klos im Hals … und viele Erkenntnisse, was das Leben, die Liebe, das Lachen und ihre ganz persönlichen Erlebnisse betrifft. Meinen Klienten gibt so eine Heldenreise neuen Mut und neuen Antrieb, um in ihrem Leben etwas in Angriff zu nehmen und eine neue, vielleicht längst erträumte, aber vergessene oder verdrängte Richtung einzuschlagen. Neue Helden braucht das Land. Schritt für Schritt!

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Bei all dem Storytelling darf man nicht außer Acht lassen, dass es für Menschen nur zwei Antriebe gibt: Angst und Lust. Schicke ich zum Beispiel zwei Läufer los und hetze dem ersten einen Höllenhund hinterher, während ich dem zweiten sage, dass im Ziel ein Sack voller Gold auf ihn wartet … was glauben Sie? Welcher Läufer gewinnt? Der mit dem Höllenhund natürlich! Hätten Sie das gedacht?

Mit Angst machen lässt sich also wesentlich schneller Wirkung erzielen. Das nutzen nicht nur unsere alten Bekannten – Werbung und Filmbranche –, sondern oft genug auch Führungskräfte, um ihre ganz persönlichen Ziele a.s.a.p. zu erreichen. Und das ist kurz gesagt nichts anderes als Manipulation vom „Feinsten“. Dauerhaft ist so aber kein(e) UnternehmerIn oder ManagerIn erfolgreich. Er oder sie hinterlässt nur verbrannte Erde und ausgebrannte Mitarbeitende. Die verlassen dann entweder freiwillig das „Schiff“ oder bezahlen diese Angststrategie auf Dauer mit ihrer Gesundheit. Deshalb: Finger weg von dieser Art des Storytellings. Sie bringt niemandem etwas.

Konzentrieren wir uns stattdessen lieber auf das Positive: Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Geschichte neu schreiben und erzählen, wie auch immer! Sie werden überrascht sein, was es mit Ihnen macht und wieviel neue Energie es ihnen gibt.

DARE to tell your story!

Ihre Daniela Rebholz

Tipp: Meine Partner für Workshops mit mystischem Charakter:
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